"Das Warten auf eine machtvolle Zukunft ist der sicherste Weg, sie nicht eintreffen zu lassen." - Ist das wahr?
ich mag noch eine Stelle aus dem Buch „Rückkehr zur Liebe“ mit dir teilen.
„Der Unterschied zwischen den Menschen, die ihr Potenzial ausleben, und denen, die es nicht tun, liegt nicht so sehr in der Höhe des Potenzials, als vielmehr am Grad der Erlaubnis, die sie sich zu einem Leben in der Gegenwart geben.
Wir sind nun die Generation der Erwachsenen. Wir haben den Körper, die Verantwortung und die Karriere von Erwachsenen. Woran es vielen von uns mangelt, das ist der Lebenskontext Erwachsener, ein Kontext, in dem wir uns selbst gestatten zu leuchten, in vollem Umfang aufzublühen, machtvoll in der Gegenwart aufzutreten ohne Angst, dass wir nicht gut genug sein könnten. Das Warten auf eine machtvolle Zukunft ist der sicherste Weg, sie nicht eintreffen zu lassen. Es ist ein pubertärer Traum von dem, was einst sein wird. Ein Erwachsener aber freut sich am Heute.
Eine Therapeutin sagte mir einmal, mein Problem bestehe darin, dass ich direkt von Punkt A zu Punkte X, Y, Z wolle. Ich sei scheinbar unfähig, mich von Punkt A zu Punkt B zu bewegen und einen Schritt vor den anderen zu setzen. Es ist leichter, unsere Dankesrede für den Oscar zu proben, als aufzustehen und zum Schauspielunterricht zu gehen. Wir haben oft Angst, etwas zu tun, solange wir nicht sicher wissen, dass wir es außerordentlich gut bewältigen können.“
(Williamson, Marianne (2016): Rückkehr zur Liebe, Verlag: Goldmann, Seite 287 – 288)
Unseren Kindern, wenn sie noch klein sind, erlauben wir es, dass sie bei ihren ersten Gehversuchen immer wieder hinfallen.
Und irgendwann, wenn sie älter und größer werden, dann ändert sich manchmal unsere Haltung.
Dann erwarten wir, dass sie die Schule gut abschließen, dass sie direkt mit einer Berufsausbildung beginnen oder ein Studium durchziehen.
Aber was ist mit uns? Erlaubst du dir, dass du irgendetwas nicht perfekt machst?
Sei es die Kindererziehung, deinen Job, deine Partnerschaft?
Darf es zwischendurch nicht auch mal schwierig sein, oder dürfen wir nicht Umwege laufen, um an unser Ziel zu kommen?
Erlauben wir uns dies?
Ich hatte zuletzt mein erstes Video gepostet und hatte richtig Bammel vor den Reaktionen.
So sehr, dass ich mein Handy erst einmal (nach dem Posten) weg lag.
Oh Gott, was denken die anderen?
Darf ich meine Ansichten so kommunizieren?
Bin ich übergriffig?
Ist das Licht ok?
Wie ist meine Sprache und der Klang meiner Stimme?
Wie oft sage ich „ähm“?
All die Zweifel schossen durch meinen Kopf.
…
Die Reaktionen waren sehr freundlich.
Der Gewinn für mich, mich zu zeigen, Mut zu fassen, war enorm.
Und ich weiß, dass es bestimmt noch einige Optimierungsmöglichkeiten gibt.
Ich bin gerade bei meinem Punkt B angekommen.
